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Systeme und Institutionen

Wir wissen eigentlich, dass eine Gesellschaft, die die „Erstellung“ von Freiheit und Wohlstand an Systeme delegiert, ob diese nun Rechtsstaat, Europäische Union, Kapitalismus oder Marktwirtschaft heißen, stets in Gefahr lebt, Sinn und Zweck – den Menschen und das richtige Leben nämlich – zu vergessen, und sich dann an eben diese Systeme und schließlich ganz zu verlieren. Dennoch leben wir immer wieder – aus guten und aus schlechten Gründen – so, als ob dies ginge – und als ob uns Geschichte und Systeme weder objektiv noch subjektiv etwas angingen. Mit der Folge, dass wir viel verpassen und verlieren.

Die Institutionen - ob sie nun Grundgesetz, Parlament, Kirche oder Zivilgesellschaft heißen - denen wir vertrauen, damit sie die wirtschaftlichen, technologischen und technokratischen Systeme zähmen, können nicht besser sein, als die Menschen, die in ihnen mitwirken. Und je weniger mitwirken, desto geringer die Chance, dass die Richtigen mitwirken. Sie sind täglich bedroht von Angriffen von innen und außen, durch alte und neue Ideologien, durch die Macht von Zahlen und Prozessen sowie die Ohnmacht der menschlichen Würde. Durch Angst, Feigheit, Stolz und Lüge, innere und äußere Kapitulation, voreiligen Gehorsam. Sie sind gezeichnet von den Wunden der Vergangenheit und den Jahrzehnten des Zweifelns. Und von dem Gefühl, doch nichts ändern zu können. Aber es irgendwie doch zu müssen. Um den Anfängen zu wehren.

Hierbei hat Deutschland aufgrund seiner Lage, Größe, Kraft, Geschichte, Rolle und seines internationalen Ansehens und seines Bewusstseins eine Schlüsselrolle in Europa und der Welt. Wir können Geschichte nicht ohne Folgen nur auf dem Sofa mitverfolgen.

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